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PositionRadar verstehen

Dieses How-to erklärt, wie du Optionsdaten für den Aktienhandel einordnest: Wo liegen größere Optionspositionen, wo könnten daraus entstehende Absicherungsgeschäfte eine Bewegung möglicherweise bremsen oder verstärken und wie verändern sich diese Kurszonen? PositionRadar richtet sich primär an Aktien- und Swing-Trader und liefert keine kurzfristigen Entries oder Handelsempfehlungen. Du musst selbst keine Optionen handeln. Die englischen Fachbegriffe bleiben erhalten, damit sie mit Broker-, Charting- und Optionsplattformen übereinstimmen.

Für wen ist PositionRadar geeignet?

Primärer Einsatz: Aktien-Swing-Trading über etwa einen bis zehn Handelstage. PositionRadar hilft dabei, relevante Optionslevels oberhalb und unterhalb des Aktienkurses, das Gamma-Regime und strukturelle Veränderungen über mehrere Handelstage einzuordnen.

Auch für reine Aktien-Trader: Du musst keine Optionen kaufen oder verkaufen. Die Optionsdaten dienen als zusätzliche Karte möglicher Hedging-, Stabilisierungs- und Beschleunigungszonen für den zugrunde liegenden Aktienkurs.

Ergänzender Einsatz: H4-Kontext. Die halbstündlichen Snapshots können zeigen, wie sich eine Optionsstruktur im Tagesverlauf verändert. Das ersetzt weder eine H4-Price-Action-Analyse noch ein individuelles Entry- und Risikomodell.

Nicht geeignet für M1, M5 oder als H1-Entry-System. Innerhalb der 30 Minuten zwischen zwei Snapshots können Levels, Volumen und Kurs bereits erheblich reagieren. PositionRadar sieht weder vollständigen Orderflow noch das Orderbuch und kann deshalb kein präzises kurzfristiges Timing liefern.

Was du konkret herausziehen kannst: Du erkennst, welches belastbare Strukturlevel dem Spot oberhalb und unterhalb am nächsten liegt, ob ältere Levels bereits überschritten wurden, ob mögliche Hedging-Flows Bewegungen eher dämpfen oder verstärken könnten und ob die geglättete Swing-Struktur über verschiedene Handelstage stabil bleibt oder wandert.

Was du nicht herausziehen kannst: Eine sichere Richtung, einen fertigen Trade, einen exakten Entry, Stop Loss oder Take Profit. Die Entscheidung entsteht erst durch die Verbindung mit eigener Price Action, Ereignissen, Liquidität und Risikomanagement.

Schnellstart in fünf Schritten

  1. Datenalter prüfen: Nutze keine veraltete Momentaufnahme wie ein aktuelles Signal. PositionRadar arbeitet nicht mit Echtzeitdaten, sondern mit Snapshots, die alle 30 Minuten erstellt werden.
  2. Zeithorizont wählen: Nutze Swing für ein bis zehn Handelstage. Intraday zeigt nur die kurzfristige Lage und Veränderung der Optionslevels für M30 bis H4; nicht für M5 und nicht als H1-Entry-System.
  3. Levels relativ zum Spot lesen: Prüfe das nächste belastbare Strukturlevel oberhalb und unterhalb. Ein bereits überschrittenes Level ist nur noch ein Referenzlevel.
  4. Veränderung prüfen: Beobachte, ob Levels stabil bleiben, näher rücken, verschwinden oder relativ zum Spot die Seite wechseln.
  5. Eigene Handelslogik anwenden: Nutze PositionRadar als Kontext und bestimme Entry, Invalidation und Risiko ausschließlich mit deinem eigenen Setup.

So liest du das Trader Briefing

1. Snapshot-Veränderung

Sie fasst die Veränderung zwischen genau zwei ausgewiesenen Snapshots zusammen. Neutral ist ein verwertbares Ergebnis: In diesem kurzen Vergleich zeigt sich keine eindeutige strukturelle Verschiebung.

2. Key Levels

Peak Put OI und Peak Call OI sind die globalen OI-Maxima und können auf derselben Seite des Kurses liegen. Die Put Support Wall ist dagegen der Put-Strike mit dem höchsten OI strikt unter Spot; die Call Resistance Wall der Call-Strike mit dem höchsten OI strikt über Spot. Ein Strike exakt am Spot wird ausgeschlossen. Gibt es auf einer Seite keinen passenden Strike, zeigt PositionRadar „Nicht verfügbar“. Das sind Zonen, keine garantierten Wendepunkte.

3. Was hat sich verändert?

Dieser Abschnitt vergleicht zwei verwertbare Snapshots. Steigendes Call Open Interest ist nicht automatisch bullish und steigendes Put Open Interest nicht automatisch bearish; Laufzeit, Moneyness und Trade-Richtung sind im aggregierten OI nicht vollständig sichtbar.

4. Eigene Reaktion festlegen

PositionRadar beschreibt Levels, aber bestimmt nicht deine Handlung. Lege in deinem eigenen Handelsplan fest, ob du einen Bruch etwa per Schlusskurs, zeitlicher Akzeptanz oder Volumenbestätigung bewertest.

Glossar

Dealer Positioning
Regelbasierte Schätzung der Veränderung in der Optionsstruktur. Positive Werte wirken konstruktiver, negative defensiver; der Wert ist keine direkte Messung sämtlicher Dealer-Bücher.
Put/Call Ratio (PCR)
Verhältnis von Put zu Call Open Interest. Ein steigender Wert zeigt relativ mehr Put OI, muss aber im Markt- und Laufzeitkontext gelesen werden.
Open Interest (OI)
Anzahl offener Optionskontrakte. OI zeigt Positionierung, aber nicht zuverlässig, ob einzelne Marktteilnehmer gekauft oder verkauft haben.
Peak Put OI / Peak Call OI
Strikes mit dem global höchsten aggregierten Put beziehungsweise Call Open Interest – unabhängig von ihrer Lage zum Spot.
Put Support Wall / Call Resistance Wall
Spotseitige OI-Levels: höchstes Put OI strikt unter Spot beziehungsweise höchstes Call OI strikt über Spot. K = Spot zählt zu keiner Seite; ohne geeigneten Strike bleibt das Level nicht verfügbar.
Modellierter Gamma Flip
Geschätztes Kursniveau, an dem sich das aggregierte Gamma-Regime ändern kann. Der Wert wird zusammen mit Datenstand, verwendeten Laufzeiten, OI-Abdeckung und Dealer-Annahme gezeigt. Die Stabilität vergleicht bis zu zehn Snapshots mit derselben Dealer-Annahme: Eine relative Spanne bis 2 % gilt als stabil, bis 5 % als mäßig stabil, darüber als variabel. Unter drei vergleichbaren Snapshots erfolgt keine Stabilitätsaussage. Die Flip Distance wird vorzeichenbehaftet relativ zum aktuellen Kurs angegeben: Ein positiver Wert bedeutet, dass der Gamma Flip oberhalb des Kurses liegt; ein negativer Wert bedeutet, dass er darunter liegt.
Gamma-Regime
Modellierte Einordnung der Dealer-Gamma-Struktur. Im Positive Gamma-Regime können Hedging-Flows Kursbewegungen eher dämpfen und Mean Reversion begünstigen; im Negative Gamma-Regime können sie Bewegungen eher verstärken und die Volatilität erhöhen. Die Einordnung basiert hier auf dem Verhältnis des Kurses zum Gamma Flip beziehungsweise auf dem modellierten Gamma-Profil und ist keine Garantie für das tatsächliche Dealer-Verhalten.
Max Pain
Rechnerisches Niveau, an dem der aggregierte innere Wert auslaufender Optionen minimal wäre. Kein Kursziel.
Health Rank
Datenqualitäts- beziehungsweise Abdeckungswert. N/A bedeutet, dass aktuell kein belastbarer Wert vorliegt.

Beispiel für einen Trading-Plan

Beobachtung: Kurs zwischen Put Support Wall und Call Resistance Wall, neutraler Bias, stabile OI-Struktur.

Plan: Kein Directional Trade in der Mitte der Range. Auf bestätigte Akzeptanz oberhalb der Call Resistance Wall oder einen Test der Put Support Wall warten.

Invalidation: Ein Ausbruch ohne Anschlussbewegung und die Rückkehr in die Range widerlegt das Breakout-Szenario.

Hedging-Landschaft über Spotpreise

Das Gamma-Profil zeigt, wie sich das modellierte Net Gamma Exposure (GEX) bei verschiedenen hypothetischen Kursen verändern würde. Die waagerechte Achse ist deshalb keine Zeitachse und keine Kursprognose: Für jeden Spotwert werden die Optionskontrakte desselben Snapshots neu bewertet, während die übrigen Eingangsdaten unverändert bleiben.

Grün beziehungsweise oberhalb der Nulllinie steht für Positive Gamma und eher dämpfendes, antizyklisches Hedging. Rot beziehungsweise unterhalb der Nulllinie steht für Negative Gamma und eher verstärkendes, prozyklisches Hedging. Der Gamma Flip markiert den modellierten Vorzeichenwechsel.

Current Spot, Peak Put/Call OI, Put Support Wall, Call Resistance Wall und Max Pain werden als Orientierung eingezeichnet. So erkennst du globale OI-Schwerpunkte getrennt von tatsächlich spotseitigen Levels.

Wichtig: Die Dealer-Richtung wird aus den verfügbaren öffentlichen Optionsdaten modelliert, nicht aus vollständig einsehbaren Dealer-Büchern. Lies die Landschaft als Market-Structure-Szenario, nicht als garantierten Hedge-Flow oder eigenständige Handelsempfehlung.

FAQ

Ist eine konstruktive Snapshot-Veränderung ein Kaufsignal?

Nein. Sie beschreibt lediglich die regelbasierte Veränderung zwischen zwei Snapshots und sollte mit Price Action, Liquidität, Volatilität, Zeithorizont und persönlichem Risikoplan kombiniert werden.

Was bedeutet ein Dealer Positioning von 25 oder 75?

Der Score reicht ungefähr von −100 bis +100 und beschreibt die Veränderung gegenüber dem vorherigen verwertbaren Snapshot: +50 bis +100 ist deutlich konstruktiv, +10 bis +49 leicht konstruktiv, −9 bis +9 neutral, −49 bis −10 leicht defensiv und −100 bis −50 deutlich defensiv. Ein Wert von +25 ist damit ein leichter, +75 ein deutlicher bullish Strukturhinweis. Der Score ist keine Prozentwahrscheinlichkeit für steigende oder fallende Kurse. Er wird aus Veränderungen von Put/Call Ratio, Peak Call/Put OI sowie Call und Put Open Interest berechnet; die historischen Peak-Felder sind dabei keine spotseitigen Walls.

Wie lese ich die PCR?

Die Put/Call Ratio (PCR) setzt das Put Open Interest ins Verhältnis zum Call Open Interest:

  • PCR unter 1: Es besteht weniger Put OI als Call OI. Das kann konstruktiver wirken, ist allein aber kein Bullish-Signal.
  • PCR um 1: Put und Call OI sind in ähnlicher Größenordnung.
  • PCR über 1: Es besteht mehr Put OI als Call OI. Das kann defensiver wirken, ist allein aber kein Bearish-Signal.

Oft ist die Veränderung wichtiger als der absolute Wert. Fällt die PCR gegenüber dem vorherigen verwertbaren Snapshot, wächst Call OI relativ zu Put OI oder Put OI nimmt relativ ab. Steigt sie, wächst Put OI relativ zu Call OI oder Call OI nimmt relativ ab.

Beispiel: Eine PCR von 0,80 bedeutet rechnerisch 0,80 Put-Kontrakte Open Interest je Call-Kontrakt. Steigt sie später auf 1,10, hat sich die Optionsstruktur relativ in Richtung Put OI verschoben.

Wichtig: Die PCR zeigt weder die Trade-Richtung noch zuverlässig die Absicht der Marktteilnehmer. Puts können Absicherung oder Spekulation sein; Calls können gekauft oder verkauft worden sein. Laufzeiten, Strikes, Moneyness und ungewöhnlich große Einzelpositionen beeinflussen den Wert. Lies die PCR deshalb zusammen mit Trend, Dealer Positioning, Walls, Gamma-Regime, Price Action und Datenalter.

Was bedeuten Negative Gamma und Positive Gamma?

Negative Gamma bedeutet: Das Delta einer Position verändert sich bei Kursbewegungen in eine für den Positionshalter ungünstige Richtung.

Für einen Optionshändler oder Market Maker mit negativem Gamma gilt:

  • Steigt der Basiswert, wird seine Position immer stärker negativ beziehungsweise short. Zur Absicherung muss er den Basiswert kaufen.
  • Fällt der Basiswert, wird seine Position immer stärker positiv beziehungsweise long. Zur Absicherung muss er den Basiswert verkaufen.

Das Delta-Hedging wirkt daher prozyklisch:

  • Kurs steigt → kaufen
  • Kurs fällt → verkaufen

Diese Hedging-Flows können bestehende Kursbewegungen verstärken und zu höherer Volatilität führen.

Beispiel

Ein Market Maker hat Optionen verkauft und ist deshalb short Gamma. Die Aktie steht bei 100 € und seine Position ist delta-neutral. Steigt die Aktie auf 103 €, wird das Delta der verkauften Optionen negativer. Der Market Maker muss Aktien kaufen. Dieser Kaufdruck kann den Anstieg zusätzlich verstärken. Bei einem Kursrückgang läuft es umgekehrt: Er verkauft in den fallenden Markt und kann dadurch den Abwärtsdruck verstärken.

Positive Gamma als Gegenstück

Bei Positive Gamma wirkt das Delta-Hedging antizyklisch:

  • Kurs steigt → verkaufen
  • Kurs fällt → kaufen

Das kann Bewegungen dämpfen, Mean Reversion begünstigen und den Kurs stabilisieren.

Wichtig: „Der Markt hat negatives Gamma“ ist eine verkürzte Formulierung. Gemeint ist normalerweise, dass Dealer beziehungsweise Market Maker insgesamt short Gamma sind. Für die tatsächliche Kurswirkung müssen zusätzlich Laufzeiten, Strikes, Open Interest, Optionsart und bereits bestehende Absicherungen berücksichtigt werden. Mehr Calls als Puts allein beweist noch kein negatives Dealer Gamma.

Flip Distance und Bewegungsrichtung: Negative Gamma ist nicht automatisch ein bullischer oder bearish Beschleuniger. Entscheidend ist, wie viel Negative-Gamma-Raum in der jeweiligen Bewegungsrichtung bis zum modellierten Gamma Flip verbleibt. Beispiel: Flip Distance +2,7 % bedeutet, dass der Flip 2,7 % oberhalb des Kurses liegt. Im Negative-Gamma-Regime ist der Verstärkungsraum nach oben damit begrenzt. Bei −2,7 % liegt der Flip unterhalb des Kurses und der entsprechende Raum nach unten ist begrenzt.

Gerichtete Gamma-Flip-Suche: PositionRadar wertet die vollständigen gespeicherten Profilpunkte aus und zeigt den nächsten Vorzeichenwechsel oberhalb und unterhalb des Spots getrennt. Zusätzlich werden die untersuchten Unter- und Obergrenzen genannt. „Kein Flip nach unten“ bedeutet nur: Zwischen unterer Modellgrenze und Spot wurde keiner gefunden. Außerhalb der Modellgrenzen trifft die Analyse keine Aussage.

Upside/Downside Amplification: Die beiden Werte bleiben als Risikokontext sichtbar. HIGH bedeutet, dass eine Bewegung in dieser Richtung innerhalb des untersuchten Profils noch erheblichen Negative-Gamma-Raum besitzt. LIMITED bedeutet, dass ein Gamma Flip höchstens 3 % entfernt liegt. Beide Richtungen können gleichzeitig HIGH sein. Das macht keine Richtung wahrscheinlicher; maßgeblich bleibt die separate strukturelle Einordnung.

Ist die Put Support Wall automatisch Support? Nein. PositionRadar prüft das signierte Net GEX direkt am Strike der Put Support Wall. Materielles positives lokales Net GEX wird als mögliche Stabilisierung, materielles negatives Net GEX als mögliche Beschleunigung eingeordnet. Als materiell gilt der Wert, wenn er mindestens im 75. Perzentil der absoluten Strike-GEX-Verteilung liegt oder mindestens das 1,5-Fache der direkten Nachbarstrikes erreicht. Schwächere Werte bleiben unklar/neutral. Auch eine Stabilisierungszone ist kein garantierter Support; die Dealer-Vorzeichenkonvention bleibt eine Modellannahme.

Wie lese ich „Lokales Net GEX“ und „Top X %“?

Lokales Net GEX beschreibt die modellierte Gamma-Wirkung unmittelbar am betrachteten Strike. Ein positiver Wert kann dort eher dämpfendes, antizyklisches Hedging anzeigen. Ein negativer Wert kann eher verstärkendes, prozyklisches Hedging anzeigen. Die Richtung des nächsten Kursimpulses lässt sich daraus allein nicht ableiten.

„Lokale Stärke: Top 6 %“ bedeutet, dass nur ungefähr 6 % der untersuchten Strikes ein noch größeres absolutes Net GEX besitzen. Anders formuliert: Der Strike ist stärker als ungefähr 94 % der untersuchten Strikes. Die Angabe ist eine relative Rangposition und bedeutet nicht, dass die Wirkung mit 94 % Wahrscheinlichkeit eintritt.

„5,4× stärker als benachbarte Strikes“ bedeutet, dass das absolute Net GEX an diesem Strike etwa 5,4-mal so groß ist wie der typische Wert der unmittelbar umliegenden Strikes. Das weist auf eine lokale Gamma-Konzentration hin.

Praktische Einordnung: Stark negatives lokales Net GEX wird eher als mögliche Beschleunigungszone und stark positives lokales Net GEX eher als mögliche Stabilisierungszone behandelt. Beides sind modellierte Market-Structure-Hinweise, keine garantierte Unterstützung, kein garantierter Widerstand und keine eigenständige Handelsempfehlung.

Warum steht bei manchen Werten N/A?

Der Wert fehlt oder erfüllt die Qualitätsanforderungen nicht. PositionRadar zeigt bewusst N/A, statt eine scheinpräzise Zahl zu erfinden.

Warum wird ein neuer Snapshot manchmal übersprungen?

Eine Optionskette kann unvollständig geliefert werden. Solche Captures bleiben für Diagnosen erhalten, fließen aber nicht in PCR, Walls, Trend oder Dealer Positioning ein.

Wie aktuell sind die Daten?

Beachte immer Zeitstempel und Freshness-Anzeige. Optionsdaten können verzögert sein und sich besonders rund um Marktöffnung, Verfall und Ereignisse schnell ändern.

Sind Put Support Wall und Call Resistance Wall garantierter Support und Resistance?

Nein. Sie erzwingen durch ihre spotseitige Auswahl lediglich die sinnvolle Lage unter beziehungsweise über Spot. Sie sind keine klassischen Chartlevels und keine Garantie; Hedging-Flows und Positionen verändern sich.

Warum bleibt der Trend neutral?

Wenn mehrere Messgrößen stabil sind oder sich widersprechen, ist neutral die sachlich richtige Aussage. Abwarten kann ebenfalls eine Trading-Entscheidung sein.

Ist PositionRadar Anlageberatung?

Nein. Die Inhalte dienen ausschließlich der Information und Marktstruktur-Analyse. Entscheidungen und Risiken liegen beim Nutzer.

Wie lese ich die Marktszenarien?

Bull Case, Bear Case und Neutral/Range sind bedingte Pläne, keine Vorhersagen. Ein Szenario wird erst relevant, wenn der genannte Trigger durch Price Action bestätigt wird.

Snapshot-Veränderung und Mehrpunkt-Struktur: Diese Angaben dürfen voneinander abweichen. Die Snapshot-Veränderung beschreibt nur die Differenz zwischen den beiden ausgewiesenen Zeitstempeln. Die Mehrpunkt-Struktur bewertet alle qualifizierten Beobachtungen zwischen ihrem Start- und Endzeitpunkt. Kurzfristig defensiv bei neutraler Mehrpunkt-Struktur ist daher kein Widerspruch, sondern eine unterschiedliche zeitliche Betrachtung.

Intraday oder Swing: Im Intraday-Modus ordnet PositionRadar die aktuellen Optionslevels relativ zum Snapshot-Spot ein und zeigt das nächste belastbare Level oberhalb und unterhalb. Die 30-Minuten-Snapshotfrequenz eignet sich für M30 bis H4, nicht für M5. Im Swing-Modus werden pro Handelstag höchstens ein qualifizierter Snapshot und daraus Median-Levels über bis zu zehn Handelstage verwendet. Dafür sind mindestens drei verschiedene Handelstage erforderlich. Der Peak-Put-OI-Median ist der Median historischer globaler OI-Peaks und kann deshalb auf jeder Seite des aktuellen Spots liegen; er ist nicht automatisch Support. Bereits überschrittene Levels bleiben Referenzlevels und werden nicht fälschlich als „obere Modellgrenze“ bezeichnet.

Beobachtete Veränderungen: Unter der kompakten Modell-Einordnung zeigt PositionRadar die tatsächlich ausgelösten Faktoren, zum Beispiel eine gesunkene PCR, verschobene Walls oder eine Kursbewegung über 1 %. Veränderungen des Call- oder Put Open Interest werden neutral beschrieben, weil Open Interest allein weder Käufer und Verkäufer noch die Handels- oder Absicherungsrichtung erkennen lässt. Die Einordnung ist keine Wahrscheinlichkeit, Trefferquote oder Kursprognose.

Strukturelle Einordnung: „Unbestätigt“ bedeutet, dass keine Modellbedingung erfüllt ist oder die Daten zu alt sind. Die Nähe zu einer Modellgrenze beschreibt nur den Abstand. Erst zwei aufeinanderfolgende Snapshots jenseits einer Grenze markieren die entsprechende obere oder untere Strukturbedingung als erfüllt. Kehrt der Kurs anschließend durch diese Grenze zurück, gilt die Bedingung als nicht mehr erfüllt. Daraus folgt keine Kauf- oder Verkaufsaussage.

Trigger: Strukturelles Niveau, dessen nachhaltige Über- oder Unterschreitung das Szenario aktiviert. Eine kurze Berührung allein ist keine Akzeptanz.

Weitere Strukturlevels: Ausschließlich bereits berechnete Levels wie Put Support Wall, Call Resistance Wall, OI Peaks, Gamma Flip, Max Pain und Expected-Move-Grenzen. Sie beschreiben die modellierte Marktstruktur und sind weder Kursziele noch Handlungsanweisungen.

Invalidation: Niveau, an dem die Annahme des jeweiligen Szenarios nicht mehr trägt. Es ist nicht automatisch ein individuell geeigneter Stop Loss.

Erwartete Volatilität: Die 1σ-Expected-Move-Spanne aus der ATM Implied Volatility für den nächsten verfügbaren Verfall. Sie beschreibt eine modellierte Schwankungsbreite, nicht die Richtung.

Szenarioqualität: Kombiniert Aktualität, Gamma-Datenabdeckung und Verfügbarkeit des Expected Move. Bei niedriger Qualität fehlen wichtige Bausteine oder die Daten sind veraltet.

Unter „Was müsste sich ändern?“ stehen die messbaren Bedingungen, bei denen Bias, Gamma-Regime oder Range-Einordnung neu bewertet werden müssen.

Wie lese ich die historische Signal-Auswertung?

Die Auswertung beobachtet, was nach historischen Dealer-Positioning-Hinweisen tatsächlich mit dem Kurs geschah. Sie simuliert bewusst keine Trades und verwendet keine Echtzeitdaten.

Beobachtungsregel: Ein Score ab +25 gilt als bullish Hinweis, ein Score ab −25 als bearish Hinweis. Anschließend wird die tatsächliche Kursreaktion nach 30, 60 und 120 Minuten sowie nach 1, 2, 5 und 10 Handelstagen gemessen. Für bearish Hinweise wird ein Kursrückgang als Reaktion in Signalrichtung positiv dargestellt.

Richtung bestätigt: Anteil der Signale, nach denen der Kurs zum jeweiligen Zeitpunkt in die angezeigte Richtung gelaufen war. Das ist keine Gewinnquote, weil weder Entry noch Exit, Stop, Positionsgröße oder Kosten unterstellt werden.

MFE: Durchschnittlich stärkste Kursbewegung in Signalrichtung innerhalb der folgenden 120 Minuten.

MAE: Durchschnittlich stärkste zwischenzeitliche Kursbewegung gegen die Signalrichtung innerhalb der folgenden 120 Minuten.

Für Intraday werden nur qualitätsgeprüfte, ungefähr halbstündliche Folge-Snapshots ohne Lücke verwendet. Für Swing-Zeiträume wird auf dem 1., 2., 5. beziehungsweise 10. späteren Handelstag der qualitätsgeprüfte Snapshot gewählt, dessen Uhrzeit dem Signal am nächsten liegt. Wochenenden zählen nicht als Handelstage. Da jüngere Signale noch keinen langen Folgezeitraum besitzen, wird für jeden Horizont eine eigene Stichprobengröße ausgewiesen.

Wichtig: Wenige Signale sind statistisch nicht belastbar. Die Ergebnisse beschreiben lediglich die vorhandene historische Stichprobe; sie sind weder eine Prognose noch eine Handelsempfehlung.

Veränderung nach Gamma-Regimewechseln

Regimewechsel werden getrennt von Positioning-Hinweisen ausgewertet. Erfasst werden Wechsel zwischen Positive Gamma, Negative Gamma und Neutral sowie tatsächliche Crossings des Kurses relativ zum jeweils modellierten Gamma Flip.

Da Negative Gamma keine fallende und Positive Gamma keine steigende Richtung vorhersagt, zeigt diese Studie die absolute Kursbewegung nach jedem Horizont. Zusätzlich wird die durchschnittliche Intraday-Schwankungsbreite innerhalb der folgenden 120 Minuten ausgewiesen. So lässt sich mit wachsender Stichprobe prüfen, ob Negative-Gamma-Phasen tatsächlich stärkere Folgebewegungen zeigen.

Wichtige Grenzen

Aggregierte Optionsdaten kennen nicht jede Gegenpartei, Trade-Richtung oder Absicherungsabsicht. Nutze PositionRadar als zusätzlichen Kontext – nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

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